Mercedes Standard eingestellt
Motor M 136
Mercedes Standard war nie unter 6 Zylinder. Vom 170 bis hinauf zum SSKL. Erst 1928 kam der 8 zyl. im Nürburg, der gehobensten Klasse hinzu. Bis in die Enddreißiger waren die leistungstärksten Mittelklassen mit 6 Zylindern so um die 40 PS gesiedelt.
Anderes war nicht denkbar, bis der M 136 von 1936 mit seinen gedrosselten 38 PS bewies, daß man diese Leistung ebenso kultiviert aus 4 Zylindern haben konnte. Von nun an begannen die 6 Zylinder in Mitteklklassen ihren angestammten Platz langsam zu räumen in Richtung Oberklassen. Der Erfolgsmotor durchlebte aussergewohnliche 21 Produktionsjahre. Nur das traditionelle Preis-Leistungsgefälle, das zwischen einem größeren zeitgleich angebotenen Typ 200 (40PS/R6 8.760.-RM) und einem kleineren Typ 170 (38 PS/R4 3.780.-RM) herrschen musste, war Schuld an seiner höchstbedauerlichen zwangsverordneten Minderleistung, für die es keine techn. Gründe gab, der Fallstromvergaser und die etwas erhöhte Verdichtung und der etwas vergrößerte Hubraum, die später zu seinen gelösten 52 PS führten, waren längst erfunden.
Wären seine natürlichen 52 PS nicht erst 1949 gekommen, hätte so mancher deutsche Soldat in seinem Kübelwagen größere Chancen gehabt, dem Feind zu entkommen. Ja, was ein paar PS mehr alles zum Besseren hätten wenden können wissen wir nicht, aber Autos mit diesem schwächlichen 38 PS-Motor in den Krieg zu schicken, war gewiss ein großer Fehler.
Erst so um 1955 als mehr Leistung aus 1,7 l weltweit vorgelegt wurde, hatte der M 136 langsam ausgedient. Nachdem er noch kurz zuvor mit seinem Dieselbruder OM 636 die ganze Last des Neuanfangs getragen hatte, ist er wohl jetzt, von seinem Nachfolger M 121 sachte verdrängt, endlich und hochverdient im Elysium der Legenden, Geschichten und Mythen angekommen.
M 180
Als die eigene Konkurrenzfähigkeit 1950 im Segment um 2,2 l richtig gefährtet war, besann man sich in der Not des alten Spiels der OHC-Bauweise im 6 Zylinder. Berühmt wurden diese Motoren bereits 1911 nicht zuletzt durch den spektakulären Sieg von Ferdinand Porsche beim Prinz Heinrich Rennen. Er siegte auf 5,6 l/86 PS Austro-Daimler mit obenliegenter Nockenwelle (ohc). Ausserdem wurden bereits genügend Erfahrungen aus der Zeit der hochvolumigen ohc-Kompressor-Motoren der Endzwanziger, gesammelt, die den neuen 6 zyl. M 180 ohc- Motor wiederum zu einem Erfolgsmodell werden ließen, das gut 26 Jahre verbaut wurde, vom 220 im W 187 mit 80 PS bis zum 230.6 im W 114 mit 120 PS von 1968-1976.


15. Jun, 2006 
Autor
Bisher keine Kommentare...sei der Erste!